Gian Simmen Point Break

Interview mit Gian Simmen über den 3D - Movie «Point Break» der ab dem 21. Januar in den Schweizer Kinos ausgestrahlt wird.

Gian braucht man ja nicht wirklich vorzustellen. Fast wie keiner prägte er die Schweizer Snowboardszene. Als erste Halfpipe-Olympiasieger setzte er ein Zeichen und ist auch sonst immer auf dem Brett unterwegs. Sein Wissen gab er unter anderem als Coach bei Swiss Snowboard der jüngeren Generation weiter. Seine Passion für den Brettsport beschränkt sich aber nicht nur auf den Schnee. Skateboarden ist ebenfalls eine grosse Leidenschaft von Gian.

Als Snowboard Pro war er natürlich schon in einigen Movie Productions dabei. Da am 21. Januar der neue Actionsport Movie POINT BREAK in die CH-Kinos kommt und Gian das Glück hatte bereits bei der Pressevorführung den Movie abzuchecken, nimmt es uns Wunder, was er zum Streifen meint. Aufnahmen von Sportarten wie Snowboarden, Surfen, Freeclimbing, Motocross oder Wingsuit wurden mit grossem Aufwand mithilfe von Top-Athleten realisiert. Die Kombo der Actionsportarten wurden so noch nie in 3D präsentiert und somit wird die Messlatte wieder einmal höher gesetzt. Falls du noch etwas zur Story oder den Trailer sehen möchtest, ist das hier möglich.

Ciao Gian. In POINT BREAK werden die Zuschauer darauf aufmerksam gemacht, dass wir viel von der Welt nehmen und wenig zurückgeben. Wie stehst du dazu?
Ich denke wir können sicher alle etwas aus der Botschaft des Movie ziehen und sollten uns diese Gedanken zu Herzen nehmen. Heutzutage ist das Nehmen selbstverständlich und das Geben geht leider oftmals unter. Dies nicht nur im ökologischen aber auch beispielsweise im zwischenmenschlichen Sinne. Als ehemaliger Sportler war es schön von den Sponsoren Produkte und Leistungen zu erhalten, im Gegenzug muss man dafür auch dort etwas zurückgeben. Analog dazu kann man auch die Message des Movies verstehen, ich lebe natürlich gerne auf der Erde und man sollte der Welt ebenfalls etwas zurückschenken. Ich denke nur schon mit «kleinen» Aktionen wie auf gewisse Flüge verzichten, einen Kompost zu betreiben oder bewusst einige Lichter abzuschalten, schlägt man einen guten Weg ein. Auch im zwischenmenschlichen kann man zum Beispiel mit einem simplen Lachen Wunder bewirken.

Welche Szene gefiel dir besonders gut?
Zu meiner Überraschung war es der Aufstieg in Walenstadt vor dem Wingsuit Absprung. Johnny Utah, der Hauptcharakter, wurde von seinen Begleiter auf den Arm genommen, da sie einen grossen Stein in seinem Rucksack platzierten. Erst als er auf dem Gipfel den Rucksack entpackte, bemerkte Johnny, dass er unnötigen Ballast mitgeschleppt hatte. «Checke immer deinen Rucksack», meinten die anderen lachend. Man sollte sich generell Gedanken machen, ob man in seinem Leben nicht zu viel mit sich rumträgt. Diese Metapher und das anschliessende Camping auf dem Berg fand ich sehr schön. Natürlich gefielen mir auch die Snowboardszenen besonders, da dies meine Sportart ist. Generell sprachen mich zudem die Sonnenauf- und untergänge auf den Bergen sehr an.

Rider: Gian Simmen Credits: Samsung/perspactives.com

Das Niveau im Actionsport ist extrem gestiegen, wobei sich auch die Trainingsbedingungen verbessert (Airbags, Trampolin usw.) haben und es wird physisch intensiver trainiert als in der Vergangenheit. Ist das Verletzungsrisiko unterm Strich eher gestiegen oder gesunken?
Meiner Meinung nach ist die Gefahr etwa dieselbe. Klar wenn man auf dem Weg zur Spitze ist, muss man irgendwann einmal ein gewisses Risiko eingehen, da man sich am Top-Niveau orientiert. Dies war aber früher auch schon der Fall. Unter dem Strich ist das Risiko also etwa dasselbe wie in der Vergangenheit.

Was ist Extremsport für dich und gehört das Snowboarden dazu?
Nein definitiv nicht. Snowboarden aber auch Skaten oder Downhill-Mountainbiking sind für mich mehr Funsportarten. Extremsportarten sind in meinen Augen Basejumping oder Speedriding bei denen beispielsweise ein unberechenbares Element wie der Wind miteinbezogen wird. Generell sind für mich bei Extremsporarten gewisse Variablen dabei, welche vorher nicht eindeutig kalkulierbar sind. Natürlich ist eine zweifache Umdrehung mit dem Snowboard ebenfalls gefährlich, aber auf ein solches Manöver kann man sich gut vorbereiten.

Was betrachtest du in Bezug auf das Snowboarden als risikoreicher: Freestyle (Snowpark, Halfpipe) oder das Freeriden (ausserhalb der Piste, steile Hänge)?
Ich denke das Freestyle-Fahren ist gefährlicher, da sich mehr Leute auf engerem Terrain bewegen. Im Gegensatz dazu ist man beim Freeriden mehr auf sich alleine gestellt und muss möglicherweise noch einen Hang besteigen, wo definitiv weniger Wintersportler zu finden sind .Weiter sind Freerider oftmals mit den Gefahren und Konditionen auf dem Berg vertraut, in einem Park können sich hingegen auch schnell viele Anfänger tummeln, welche sich mit den Hindernissen und der Umgebung weniger auskennen.

Credits: philippruggli.ch

Du hast selber in vielen Filmproduktionen mitgewirkt. Wie kann man sich das vorstellen, resp. wie oft muss man eine Abfahrt oder Manöver wiederholen bis die gewünschte Szene im Kasten sitzt?
Beim Freeriden wie jetzt im POINT BREAK Movie hat man oftmals nur sehr wenige Chancen, um die perfekte Szene einzufangen. Im Gegensatz zum Park ist das ganze Setup und die Vorbereitung sehr zeitintensiv und es existiert logischerweise kein Sessellift, welcher dich in kurzer Zeit wieder an den Anfangspunkt bringt. Darum muss man sich auch gründlich mit dem Fotografen und dem Filmer absprechen, was ebenfalls viel Zeit und Planung in Beanspruchung nimmt. Weiter müssen die ganzen Risiken und Konditionen abgewägt werden. Besonders bei einer Produktion mit so vielen Leuten ist die Koordination mit enormem Aufwand verbunden. Oftmals hat man dann nur ein bis zwei Versuche, danach sind die Hänge für eine Filmproduktion bereits zu verfahren. Es ist logischerweise schöner zu sehen wie Snowboarder unberührten Powder shredden. Die Aufnahmen für POINT BREAK wurden in einem riesigen Tal in der nähe von Courmayeur (Italien) gedreht. Die Crew verbrachte dort rund fünf Wochen und wahrscheinlich wurde jeder mögliche Hang befahren. Es ist schön zu sehen, dass man sich soviel Mühe gibt und nicht einfach computeranimierte Szenen in den Movie einbindet.

Rider: Gian Simmen. Credits: philippruggli.ch

A propos Surfen, welche der anderen Sportarten aus POINT BREAK hast du auch schon ausprobiert?
Ich versuchte mich schon im Surfen, natürlich niemals auf dem selben Niveau wie das im Film gezeigt wird. In Anlehnung an das Basejumpen und Wingsuit Fliegen kann ich am ehesten meine Erfahrung im Tandem Skydiving erwähnen. Für mich war dabei der Rush etwas zu kurz – bereits nach 30 Sekunden hängt man wieder am Schirm. Ich fand es cool, aber es ist nicht etwas wofür ich mich vollends begeistern könnte. Ich gehe lieber einen ganzen Tag Snowboarden und Skaten.

In Hollywood Produktionen besteht oft die Gefahr, dass Actionsport-Szenen wenig authentisch umgesetzt werden. Was für einen Eindruck hattest du diesbezüglich bei POINT BREAK?
Die Sportszenen sind über den grossen Teil des Films authentisch. Kein Wunder wenn man bedenkt mit was für Top-Athleten und Experten intensiv zusammengearbeitet wurde. Bei den Snowboardszenen hätte ich mir noch vermehrt distanziertere Aufnahmen gewünscht, damit man noch mehr den Überblick über die Landschaft erhält. Dies ist aber auch geschmacksacke und kann je nach Präferenzen variieren. Wenn man bedenkt, dass die Sport-Stunts keine Fakes aus einem Studio sind und wirklich vollführt wurden, sind die Leistungen umso beeindruckender.

Natürlich müssen die Actionaufnahmen in einem Gesamtkonzept verpackt werden. Unter dem Strich kann ich Point Break jedem empfehlen. Eine packende Story kombiniert mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen und atemberaubenden Actionsportszenen in 3D. Was will man mehr?

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VERÖFFENTLICHT 05.01.2016
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